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Rogers by Yamaha
Der Ausverkauf einer Legende Teil II….
Die Wurzeln der Firma Rogers gehen auf das Jahr 1948 zurück und damit gehört diese Firma zu den ältesten bekannten Schlagzeugherstellern. In solch einem langen Zeitraum gibt es selbstverständlich Höhen und Tiefen.
Zur Hochzeit können sicher die 60er Jahre gezählt werden. Zahlreiche bekannte Drummer und Drumexperten sind sich einig, dass in dieser Dekade Rogers die besten Schlagzeuge der Welt herstellten. Neben ihrem guten Klang brachte die Firma auch einige Hardware Innovationen hervor, von denen wir heute noch profitieren. Angefangen von Tomhalterungen mit Kugelgelenken oder das Memory loc unter vielen anderen Patenten.
Der Niedergang dieser Firma begann sicherlich als der Amerikanische Entertainmentgigant CBS damit begann, sich für Instrumentenhersteller zu interessieren was leider wie bei Fender nicht gerade zur Verbesserung der Qualität und bei Rhodes und Rogers sogar mit zu deren Untergang führte.
Nachdem bei Rogers das rettende Projekt “Series II” gescheitert war (s. auch unter „Skuriles“) der Prototyp zerfiel buchstäblich vor den Augen der angereisten Journalisten , verkaufte man die Werkzeuge an New Sound, die sie mit viel Gespür mit anderen Kopien in ihre Drumsets integrierten (s. auch unter "Firmen").
Der Name Rogers tauchte hier und da wieder an billigen Taiwan Snares auf, ohne irgendein größeres Interesse zu erlangen bis….
…ja, bis Yamaha, selber Hersteller hervorragender High End Drums, sich aufmachte, eine chinesische Produktionsstätte für seine billigsten Sets zu suchen. Die Namensrechte für Rogers bekamen sie quasi obendrauf.
Rogers Fans, die inzwischen in zahlreichen Fanclubs organisiert sind, hofften natürlich inständig, dass Yamaha nun eine Edelmarke noch über ihren eigenen Toplinien kreieren würde. Das sollte leider nur ein Traum bleiben denn stattdessen entschied man sich in Japan, diesen traditionsreichen Namen für eine Einsteigerlinie ähnlich dem Yamaha Gigmaker zu verheizen.
Ausschließlich auf dem amerikanischen Markt sind zwei Serien erhältlich:
Die Prospektor Serie mit einem Uv.P. von ca. 330,- Euro und die Trailblaser Serie mit einem Uv.P. von ca. 400,- Euro, jeweils als 5-tlg. Trommelsatz inkl. Hardware ohne Becken.
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Prospektor Serie:
Die Kessel dieser Serie werden aus Pappel hergestellt (wie auch die Kessel der Pearl Export Serie). Dieses relativ weiche Holz hat zwar nicht die Klangeigenschaften von Ahorn oder Birke, resoniert jedoch besser als etwa die recht faserigen asiatischen Hölzer, die mit dem verschönernden Namen „Phillipinisches Mahagony“ bedacht wurden. Die Kessel sind exakt rund, die Gratung absolut sauber ausgeführt. Dies kann man zwischenzeitlich als Standard bei fernöstlichen Sets ansehen.
Die 22“ x 16“ Bass Drum hat 9 Lagen und wird mit 8 Spannschrauben gestimmt. Die Spannringe sind aus Stahl und werden mit Kustoffklauen gehalten. Die Toms und Snare haben 6 Lagen. Sie gibt es in den Größen 10“ x 7,5“, 12“ x 8“ mit je 6 Stimmschrauben pro Fell und 16“ x 16“mit 8 Schrauben. Die Snare misst 14“ x 5,5“ und hat je 8 Spannschrauben pro Seite, die Abhebung arbeitet nach dem P-85 Prinzip.
Ausgestattet sind alle Trommeln mit Fellen aus chinesischer Produktion, die jedoch einen recht guten Eindruck hinterlassen. Das Bass Drum Schlagfell ist mit einem Dämpfring ausgestattet wodurch sie auf Anhieb voll und rund klingt. Die Toms und Snare sind knackig mit ausgewogenem Frequenzmix.
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Die Trommeln sind mit der Typischen Folie in Schwarz („Blacksmith Black“) oder Weinrot („Bandana Red“) überzogen, wie man sie von asiatischen Sets seit Jahren kennt. Diese Folie ist pflegeleicht und selbst tiefere Macken lassen sich mit Auto-Polierpaste entfernen. Lediglich vor direkter Sonneneinstrahlung sollte man sie schützen, da sie recht schnell Wellen wirft.
Die Tomhalterung ist im Pistolendesign der 80er Jahre gehalten. Zwar ist sie starr am Kessel montiert und nimmt so einigen Sustain weg, doch das was übrig bleibt ist für ein Set in diesem Preisbereich mehr als O.K. Man muss ja auch sehen, dass Instrumente in diesem Preisbereich rein als Übungsinstrumente genutzt werden und der Lehrer gar nicht soviel Sustain wünscht.
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Trailblazer Serie:
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Die Kessel dieser Serie werden aus einem Mix aus Birke und Pappel hergestellt. Das Grundset beinhaltet 22“ x 16“ Bass Drum, 10“ x 8“, 12“ x 9“ und 16“ x 15“ Floor Tom und eine 14“ x 6,5“ Stahlsnare. Zusätzlich erhältlich sind in dieser Serie die „Add - On Toms“ 8“ x 7“ und 14“ x 13“ Floor Tom. Zusätzlich zu den beiden Prospektor Farben gibt es noch das typische Silber wie es schon die Luxor Sets Mitte der 70er Jahre zierte. Statt des einfachen Rogers Badge um das Luftloch wie bei der Prospektor Serie ist die Trailblazer Serie mit dem klassischen Rogers „Scriptlogo“ verziert das einzige, was tatsächlich an den legendendären Namen Rogers erinnert.
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Neben dem etwas anderen Kesselaufbau sind die Trommeln der Trailblazer Serie mit einem freischwingendem Tomhaltesystem nach Rim-Prinzip ausgestattet. Der Tomhalter arbeitet einwandfrei mit einem Kugelkopf der in einer 6-eckigen Rosette endet. (Yamaha lässt Grüßen). Die Trommeln klingen natürlich erwartungsgemäß etwas offener, ob das ausschließlich am Rim oder auch an der etwas anderen Kesselkonstruktion liegt, lässt sich nicht eindeutig herausfinden.
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Die Hardware ist doppelstrebig ausgelegt und erinnert auf Anhieb stark an Yamaha. Positiv fällt auf, dass selbst die Beckenständer der günstigen Prospektor Serie zweifach ausziehbar sind. Die Hi Hat dieser Serie hat keine Federeinstellung arbeitet jedoch einwandfrei und leichtgängig. Bei der Trailblazer Serie wurde ihr eine Federeinstellung spendiert, bei beiden fehlt jedoch leider die schwenkbare Fußplatte. Das Pedal der Prospector Serie arbeitet mit einem Kettenzug, der Schlagwinkel ist jedoch leider nicht einstellbar. Das Pedal der besseren Version hat ein (grünes) Zugband und eine dreistufige Schlagwinkeleinstellung. Der Snareständer lässt sich tief genug einstellen und ist stufenlos verstellbar. Zur Trailblazer Serie gehört zusätzlich noch ein Galgenstativ mit Nylon (!?) Gegengewicht.
Fazit:
Bei beiden Sets handelt es sich um chinesische Massenware und gemessen am Preis gehören beide nicht zu den schlechtesten Produkten auf dem Markt. Teilweise werden diese ja auch mit bekannten Marken geschmückt. Trotzdem ist es natürlich enttäuschend, dass beide Linien absolut gar nichts mit den früheren Rogers Drums zu tun haben sieht man mal vom Scriptlogo an der Trailblazer Serie ab.
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