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Interview mit Chris Slade
Chris Slade gehört sein über 40 Jahren zu den präzisen Timekeepern in der Internationalen Szene. Während seiner Karriere kann er auf eine ganze Reihe berühmter Mitsteiter zurückblicken. Höhepunkt war dabei sicherlich als er sich bei der Audition um den begehrten Trommelstuhl bei AC/DC gegen eine große Anzahl namhafter Mitbewerber behaupten konnte. Seit nunmehr 5 Jahren trommelt er bei ASIA.
DM: Kannst du dich noch an dein erstes Drumkit erinnern?
CS: Ja ich seh es vor mir, ich habe es von meinem Vater bekommen, es bestand nur aus Bass Drum und Snare.
DM: Was war es für eine Marke?
CS: Das war überhaupt keine Marke, ich hätte es behalten sollen, ich habe es in Zahlung gegeben für ein Premier und das dann für ein „Gray Pearl" Ludwig, ich mochte Premier nicht, die haben einfach damals nicht so gut geklungen wie Ludwig, das war wohl so gegen 1964. Bei der Earth Band spielte ich Fibes. Anfang der 80er war ich dann stark bei Staccato involviert und habe die natürlich auch gespielt. Inzwischen bin ich schon eine lange Zeit bei Pearl.
DM: Wie kam es zu deinem Engagement bei Staccato?
CS: Ich mochte die Idee der Fiberglass Drums, daher habe ich ja auch eine Zeit Fibes gespielt. Pat Townshend ein Londoner Designer hatte die Idee zu dieser außergewöhnlichen Form und ich beteiligte mich an seiner Firma. Leider ging das Konzept nicht auf und wir verkauften nur relativ wenige Drumsets.
DM: Es gibt immer wieder Gerüchte, dass Keith Moon Staccato Endorser werden wollte bzw. sollte, was weißt du davon?
CS: Da ist nichts dran, es wäre möglich, dass er mal einen Prototypen zu Gesicht bekommen hat, aber als die Serienproduktion begann war Keith bereits tot.
DM: Wie lange warst Du bei Tom Jones?
CS: Ich war mit Tom insgesamt 7 Jahre zusammen. Ich kam 1962 von Wales nach London. Er war ja damals noch nicht so wie man ihn heute kennt, er war halt Tommy Woodward (bürgerliche Name) -lacht. Wir waren damals unter anderem Support für die Stones. Ich war damals 17 Jahre und das war eine verdammt harte Zeit.
DM: Danach kam Manfred Mann's Earth Band.
CS: Ja danach war ich 7 Jahre mit Manfred Mann zusammen.
DM: Warum Earth Band?
CS: Manfred Mann (in den 60´s) war eine reine Pop-Band. Keiner hätte uns ernst genommen. Deshalb wollten wir was Neues finden - allerdings ließen wir aus Marketinggründen das Manfred Mann im neuen Bandnamen. Wir haben einfach so durchprobiert mit 'Heart Band', 'Head Band', 'Earth Band' das war's, das hat gut geklungen.
DM: Wie kamst Du persönlich mit Manfred Mann zurecht, er soll ja recht schwierig sein.
CS: Wir kommen noch gut miteinander aus, Manfred und ich teilten uns sogar das Zimmer auf Tour. Jedoch als er 1979 die Band auflöste, vereinbarten wir, dass Colin (Plattenden am Bass) und ich als ‚Earth Band’ weitermachen dürften. Wir steckten da richtig Kohle rein. Pete Cox war unser Frontman und wir gingen auf Tour. Nach einem Gig kam dann eine Mitarbeiterin von Bronze Records zu uns und teilte uns mit, wir dürften nicht mehr als 'Earth Band' spielen. Manfred hielt sich also nicht mehr an die Vereinbarung. Das hat unserer Beziehung enorm geschadet aber die Zeit vergeht und man sieht die Dinge nicht mehr so eng.
DM: Wie kamst Du zu Uriah Heep? War das weil sowohl die Earth Band als auch Heep auf Bronze Records waren?
CS: Es funktioniert doch immer so, man kennt jemanden ... Ihr Drummer (Lee Kerslake) verliess Uriah Heep und man fragte mich, ob ich den Job machen wolle - so einfach war das.
DM: Das war aber nur ein kurzes Zwischenspiel?
CS: Es wurde nur eine LP veröffentlicht. Wir hatten aber eine weitere LP komplett eingespielt außerdem noch ein komplettes Doppel Live Album. Die Sachen liegen abgemischt bei irgend einer Plattenfirma im Keller. Die Sache war die, dass Ken (Hensley, Keyboarder von Uriah Heep) die Band verlassen hat, was ein einschneidendes Ereignis für die Band war. Mick (Box), Trevor (Boulder) und ich wollten dann ohne Ken weiter machen vielleicht sogar unter anderem Namen. Wir sind auf eigene Kosten für Aufnahmen nach Deutschland geflogen aber dann ist alles im Sand verlaufen. Danach spielte ich in der Band von Dave Gilmour und bei The Firm mit Paul Rodgers und Jimmy Page.
DM: Was für Erinnerungen hast du an diese Band?
CS: Gute Erinnerungen in jedem Fall. Das Problem war, dass Jimmy Page und Paul Rodgers absolut nicht wie ihre ehemaligen Bands klingen wollten! The Firm war wirklich eine gute Band - auch auf der Bühne, aber wie gesagt es durfte in keinem Fall so wie Zep oder Free klingen was die Arbeit enorm schwierig werden ließ und dadurch auch der erhoffte Erfolg ausblieb. Die Kids wollen halt auch das alte Zeug hören - lacht.
DM: Was kam dann?
CS: 1989 war ich mit Gary Moore auf Tour. Cozy Powell, verließ die Band plötzlich vier Tage vor Tour-Start. Da bin ich dann kurzfristig eingesprungen. Ich musste in zwei Tagen alles lernen. Aber es waren nicht nur die Songs an sich - nein, alles musste ganz genau stimmen. Ich erinnere mich noch an eine Show, bei der ich irgend ein Geräusch mit den Sticks verursachte. Gary drehte sich um und schaute mich vorwurfsvoll an - so, als wollte er sagen „what the fuck are you doin'?!" Gary ist wirklich ein Super-Gitarrist, aber er sucht die Fehler nie bei sich, es ist halt immer der Drummer schuld!
DM: Dein Einstieg bei AC/DC kam für viele überraschend, bemerkenswert vor allem, dass die meisten Drummer mit der Zeit immer softer werden, bei dir ist das gerade anders herum.
CS: Oh ja, das war wirklich eine Überraschung! Einige hundert Drummer haben sich um den Job beworben - das gibt heute aber kaum einer zu - lacht; Vor mir war bei der Audition Simon Phillips dran und ich dachte sofort, den Job kannst du vergessen! Aber sie haben sich dann für mich entschieden. AC/DC war ein super Spaß, wenn es um puren Rock´n´Roll geht, ist es einfach die beste Band der Welt! Viele Leute sind der Meinung, dass die Musik so simpel sei. So ein Quatsch! Sie täuschen sich - so zu spielen ist verdammt schwierig!
DM: Was macht man, wenn man eine solch eine Supergroup verlässt? Fällt man in ein Loch?
CS: Tja, ich bin danach an die Kunst-Akademie gegangen; Zeichnen und Malen war schon immer ein Hobby von mir.

DM: Und wie kam dann der Kontakt zu Asia?
CS: Geoff Downes und John Payne schauten sich das Thunderstruck-Video an und sagten: "Das ist unser Mann"! Wir trafen uns in einem Pub und alles war klar lacht
DM: Bei so vielen super Musikern, was wäre dein Traum Line-up, wenn Du deine eigene Band zusammenstellen würdest?
CS: Auf jeden Fall würde ich nicht Schlagzeug spielen! lacht. Das ist schwierig, da waren so viele Klasse-Leute dabei!
DM: Was für Pläne hast du für die Zukunft?
CS: More Asia! Much more Asia! (seine asiatische Lebensgefährtin hat gerade den Raum betreten).
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