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Gespräch mit Lee Kerslake
Lee Kerslake gehört sicherlich zu den besten Timekeepern der vergangenen 40 Jahre, Nummern wie Easy Livin werden von zig Bands um den Globus gecovert wobei sich fast alle die Zähne am „Lee Kerslake Shuffle" ausbeißen.
Obwohl Uriah Heep immer noch recht populär in Deutschland sind und nach wie vor Konzerthallen füllen, so ist Lee gerade jungen Drummern unbekannt, wenn doch, dann eher von seiner Arbeit mit Ozzy Osbourne.
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Ich treffe einen gut gelaunten Lee in Muscle Shirt und Badeschlappen nach einem Open Air Gig im Herbst 2004.
DM: Lee, das erste was mir an deinem Spiel aufgefallen ist, dass du inzwischen ein Ridebecken benutzt.
LK: In der Tat, in den 70ern hatte ich Hi Hat und 4 Crashes, wobei ich die Rides komplett auf der Hi Hat gespielt habe. Als ich 1980 zu Ozzy ging, habe ich meinen Stil geändert und auch ein Ride wegen der Glocke eingesetzt. Als ich wieder zu Uriah Heep zurück ging, habe ich das Ride dann behalten.
DM: Wie hat sich dein Weggang von Uriah Heep überhaupt zugetragen. In Deutschland haben alle vom Rauswurf John Lawton´s berichtet und plötzlich war dein Stuhl von Chris Slade besetzt.
LK: Ich hatte Stress mit unserem Manager (Gerry Bron). Er ist ein verdammtes ......und ein.......... außerdem......usw. Er und Ken (Hensley) unser Keyborder haben den Rest der Band um unsere Kohle beschissen, das hat mir nicht gepasst und ich bin ausgestiegen.
Zwischenzeitlich hat Lee ein ca. 10 cm hohes Steak mit Pommes bekommen, was es nicht unbedingt leichter machte, ihn zu verstehen.
DM: Wie bist du dann zu Ozzy gekommen?
LK: Ich wollte meine eigene Band zusammen mit Denny Laine gründen, der gerade bei Paul McCartney rausgeflogen war. Ich bekam dann einen Anruf von Ozzy, dass er eine Audition für seine neue Band macht. Ich flog sofort hin und bekam den Job.
DM: Ihr habt dann Blizzard of Ozz eingespielt, warst du auch mit Ozzy auf Tour?
LK: Ja 1980. Wir haben danach dann Diary of a Madman eingespielt auf dem ich auch als Co-writer bei fast allen Stücken beteiligt war. Ursprünglich wollte Ozzy Tommy (Aldrige) haben, der war jedoch zu der Zeit mit Pat Travers unterwegs. Sharon (Osbourne, Ozzys Frau) hat zu der Zeit das Management übernommen und mich und Bob (Daisley, am Bass) kurzerhand rausgeworfen, ohne uns die vereinbarte Gage für Blizzard of Ozz und Diary of a Madman zu bezahlen. Auf Diary of a Madman wurde dann das Line Up mit Tommy Aldrige und Rudy Sarzo mit Bild abgedruckt, so wussten die Fans nicht, dass ich und Bob das Album in Wirklichkeit eingespielt hatten.
DM: Was geschah dann?
LK: Uriah Heep hatte sich zwischenzeitlich getrennt und Mick (Box, der Gitarrist) war gerade dabei ein neues Line Up zu finden, da kamen Bob und ich gerade im richtigen Augenblick.
DM: Und danach habt ihr dann die Besetzung gefunden, die am Längsten überhaupt gehalten hat.
LK: Ja, wir sind in dieser Besetzung jetzt über 15 Jahre zusammen, in den ersten 10 Jahren von Uriah Heep hatten wir an die 15 Wechsel.
Zwischenzeitlich hat Lee seine Mahlzeit beendet, sein Shirt abgelegt und wird von einer wohl gerade volljährigen, sehr gut gebauten (Triple D) Blondine massiert, was es nicht gerade einfacher macht sich auf das Interview zu konzentrieren.
DM: Während deinen ersten 10 Jahren bei Uriah Heep hast du auf Slingerland gespielt...
LK: Ja, das waren super Drums, aber Anfang der 80er Jahre hatten viele Drum Companys finanzielle Probleme. Zu dieser Zeit wurdest du als Drummer zwar sowieso nicht bezahlt, wie das heute bei einigen Firmen üblich ist, sondern hast ein Drumset deiner Wahl gratis bekommen. Aber Slingerland ging Pleite. Zu meiner Ozzy Zeit war ich dann bei Premier, die sind dann auch haarscharf an der Pleite vorbei gerutscht, genauso ging es Ludwig, wo ich ganz kurz war. Ein Freund brachte mich dann in Kontakt mit Pearl, wo ich nunmehr seit 20 Jahren bin.
DM: Du machst momentan auch mit einem Projekt „Living Loud" von dir Reden, was hat es damit auf sich?
LK: Wie ich schon vorher erwähnt hatte, hat Ozzy und Sharon uns um die vereinbarte Gage für die beiden Alben betrogen. Bob und ich haben dann schließlich Klage eingereicht, was dazu geführt hat, dass Ozzy die Spuren von Bob und mir durch Robert Trujillo and Mike Bordin überspielen ließ! Das heißt, dass die original Musiker, technisch, gegen bequemere ausgetauscht wurden. Angeblich weil der Sound eher ins 21. Jahrhundert passt.
Also haben sich Bob und ich uns überlegt, wie man die Songs von damals, die wir ja alle auch mitgeschrieben haben, neu interpretieren und singen kann, so dass sie besser ins 21. Jahrhundert passen.
Dass Ergebnis hat jedoch bei weitem unsere Erwartungen übertroffen, auch was die weltweite Beachtung dieses Projektes betrifft.
Mit dabei waren Jimmy Barnes, Steve Morse und Don Airey von Deep Purple und natürlich Bob und ich.
Wir sind zu den Aufnahmen nach Australien geflogen, haben ein paar Mal geprobt, wobei wir auch einige neue Stücke geschrieben haben und sind dann ins Studio. Danach haben wir noch eine kurze Australien Tour gemacht, die es jetzt als DVD gibt. Einfach geil!
DM: Wie sind deine Pläne mit Uriah Heep?
LK: Momentan arbeiten wir an einer neuen Studio Scheibe, eine Live DVD ist für das Frühjahr 2005 geplant und dann werden wir weiter auf Tour sein, so wie immer.
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