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Da ist immer Zeit für ein Solo…..
Gespräch mit Bobby Rondinelli
Schlagzeug-Legende Bobby Rondinelli schaut zurück auf eine lange Geschichte in der Internationalen Rockmusik. Er spielte und nahm auf mit Bands wie: Black Sabbath, Rainbow, Blue Öyster Cult, Quiet Riot, den Scorpions und Doro.
Geboren wurde er am 27.07.1955 in Brooklyn, NY, USA, als Robert Rondinelli, Sohn Italienischer Einwanderer. Seine ersten musikalischen Gehversuche machte er an der Gitarre, bis er, inspiriert durch einen Fernsehauftritt der Beatles, an die Drums wechselte. Weitere Einflüsse waren Buddy Rich, Ginger Baker and Carmine Appice.
DM: Erzähl doch was aus deinen Anfängen als Musiker.
BR: Ich spielte in einigen lokalen Bands und bekam dann einen Job bei einer überregional bekannten Band. Ich dachte natürlich, jetzt hast du es geschafft. Wir hatten ein paar Proben und während eines Stückes sollte ich dem Sänger eine Glocke zuwerfen. Beim ersten Gig war ich natürlich aufgeregt. An der vereinbarten Stelle drehte sich der Sänger um und ich warf…. Den Rest des Abends sang er dann mit einem Handtuch im Mund, um die Blutung zu stillen.
DM: Haben sie dich rausgeworfen?
BR: Erst die Woche drauf, ich hielt mich natürlich für einen Rockstar und ließ mich vor dem Gig mit Tequila zulaufen. Während der Show habe ich dann angefangen nach oben zu schauen, immer weiter und weiter….irgendwann lag ich hinter dem Set auf dem Rücken und spielte mit den Stöcken in der Luft…. Das war’s.
DM: Wie hast du dann den Sprung ins Profilager geschafft?
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| Bobby zur Black Sabbath Zeit |
BR: Ich spielte die Kiss Audition für die Nachfolge von Peter Criss und kam mit Eric Carr in die Endausscheidung. Ein Bekannter kannte Richie Blackmore und erzählte ihm davon. Das machte ihn neugierig und er sagte zu mir, dass wenn ich den Kiss Job nicht bekommen würde, er gerne mit mir mal jammen würde.
Ich sagte, egal was mit Kiss ist, wir sollten in jedem Fall jammen, einfach um zu wissen wie es ist. Es war gut und er fragte mich, ob ich nicht bei Rainbow einsteigen wolle.
Ich hatte seit Tagen nichts von Kiss gehört, daher war es eine blöde Situation.
Nach zwei weiteren Tagen rief ich Richie an und sagte, ich wolle den Gig. Richie sagte natürlich:" Und was wenn du den Kiss Gig bekommst?" Ich darauf:" Dann sage ich, ich hab bereits einen Gig".
Ein paar Tage später bekam ich einen Brief, in dem Kiss mir absagte.
DM: Viele Musiker haben immer wieder betont, wie schwierig es ist, mit Richie zu arbeiten. Kannst du das bestätigen?
BR: Ich kann nichts Schlechtes über Richie sagen: „Hey, dieser Mann hat mir meine erste Chance gegeben". Ich denke, dass viele erfolgreiche Musiker nicht ganz leicht sind. Außerdem ist er einer der besten Gitarristen, die es je gegeben hat. Mit ihm zu spielen, war wie wenn ein Traum wahr wird.
DM: Nach Rainbow gründetest du mit deinem Bruder Teddy die Band Rondinelli, aber du spieltest ja auch das Scorpions Album „Love at the first Sting" ein, obwohl du dafür keinen Credit auf dem Cover erhalten hast.
BR: Nein keinen Credit, aber ich wurde sehr gut bezahlt.
DM: Wie kam es dazu?
BR: Rudolf Schenker rief mich in New York an und fragte mich ob ich das neue Scorpions Album eintrommeln wolle. Ich sagte ich wolle es mir überlegen. Aber er erwiderte, dass dafür keine Zeit sei. Er hätte bereits einen Flug für mich gebucht. Ich fuhr also zum Flughafen, verpasste jedoch den Flug. Ich ging also zum Schalter um einen anderen Flug zu buchen, das war jedoch gar nicht nötig, sie hatten nämlich zur Sicherheit bereits einen zweiten Flug für mich gebucht.
DM: War damals auch im Gespräch, dass du fest bei den Scorpions einsteigst?
BR: Das war im Gespräch, Rudolf wollte das, aber das damalige Management war der Ansicht, es sollte eine durch und durch deutsche Band bleiben, nicht mit einem Amerikanischen Drummer und einem Englischen Bassisten (Jimmy Bain spielte Bass auf dem Album).
DM: Heute haben sie einen Amerikanischen Drummer….
BR: Da haben sie mich ganz schön verarscht! (lacht). Aber das war ja auch einige Jahre davor.
DM: Du arbeitetest auch mit DORO, war das so was wie deine Deutsche Phase?
BR: Sieht so aus. Aber bei ihr habe ich nicht sehr lange gespielt.
DM: Warum nicht?
BR: Ich kam nicht mit ihrem damaligen Management klar. Außerdem mochte es Doro nicht, wenn ich Drumsolos spielte, sie dachte immer es würde von ihr ablenken - so ein Quatsch! Das Management stresste mich dann, ich würde zu gut für eine Neue Band spielen. Ich sagte: Was soll ich tun? Nicht gut spielen? Ich hatte dem Manager schon Monate im Voraus gesagt, dass ich für Yamaha eine Musikmesse spielen sollte und an diesen Tagen nicht ins Studio könne.
Natürlich fingen dann die Aufnahmen genau zu diesem Zeitpunkt an. Der Manager sagte dann: „Warum fangen wir nicht mit einem anderen Drummer an aufzunehmen und du machst es fertig". Ich erwiderte darauf:" Warum fangt ihr nicht mit einem anderem Drummer an und macht es auch mit einem anderen Drummer fertig? Denn ich bin draußen."
DM: Wie kamst du zu Black Sabbath?
BR: Der Tour Manager von Doro arbeitete auch mit Toni Iommi so einfach.
DM: Aber nach der Cross Purpose Tour kam Cozy zurück
BR: Ja, da kam Cozy zurück. Meine damalige Managerin hatte zu hoch gepokert und zu viel Kohle verlangt. Ich habe sie darauf hin gefeuert.
DM: Es gibt immer wieder Gerüchte über dein Verhältnis zu Cozy.
BR: Diese selbsternannten Rainbow oder Black Sabbath Päpste gehen mir tierisch auf die Nüsse. Cozy war ein phantastischer Drummer und ein sehr guter Freund. Wir hatten keinerlei Probleme miteinander. Ich habe einige Gigs sausen lassen, um auf seinem Tribute Concert zu spielen.
DM: Du gingst später wieder zu Black Sabbath, war da schon von einer Reunion die Rede?
BR: Klar, mit Ozzy, Tony, Geezer und ich an den Drums. Bis ich eines Abends auf MTV erfuhr, dass nicht ich, sondern Bill (Ward) dabei sei Nette Überraschung.
DM: Erinnerst du dich an dein erstes Drumset?
BR: Es war ein Zimgar Kit, 20",12",16" und Snare, in Black Diamond Pearl, später baute ich ein 13" Gretsch Tom dran. Ich hielt das damals für cool. Später hatte ich ein Ludwig Kit 2 x 26'' Bass Drum, 15" Tom und 18" Floor Tom, in Walnut.
DM: Während Rainbow warst du Endorser für Sonor, später für GMS, Fibes und Yamaha. Jetzt bist du bei Ludwig gelandet…
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| Bobby im drumhouse, 04. 12. 2006 Workshop |
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| v.r.n.l. Edwin Kas (Fa. Fentex / Ludwig Importeur), Bobby, Drumhouse Webmaster Mr.B. |
BR: Ich wäre fast schon viel früher zu Ludwig gekommen: Auf der ersten US Tour, die ich mit Rainbow spielte, sprach mich eine ältere Lady in der Hotelhalle an und meinte:" Du bist bestimmt ein bekannter Rockmusiker, ich kenn mich da aus, denn mein Mann ist Bill Ludwig.
Ich verabredete mich mit ihr und Bill später auf einen Drink. Natürlich sah ich mich schon als zukünftigen Ludwig Endorser. Bill erzählte die ganze Zeit von Ludwig und was sie alles machen und vorhaben usw.… Aber ich merkte genau, dass er annahm, dass ich Ludwig spielen würde.
Richie kam nach einer Weile dazu und begriff natürlich sofort, was gespielt wurde. Er kriegte sich kaum vor lachen, und zischte mir zu:" Erzähl ihm, was du spielst". Bill fragte, was hat er gesagt? Ich sagte:" Nichts, gar nichts". Ritchie tat es noch mal, und beim dritten Mal hat Bill es verstanden. Er fragte: „ Was spielst du denn für ne Marke?" Ich erwiderte: "Sonor". Bill stand auf, gab mir die Hand und sagte: „ Nett dich kennen gelernt zu haben, Bob, es ist aber schon spät und wir haben morgen viel zu tun"….
DM: Was für ein Set spieltest du auf Love at the first sting?
BR: Das rote Ludwig Kit von Hermann (Rarebell), mit einer Black Beauty Snare.
DM: Seit Anfang der 80er Jahre hast du immer einen Paiste Gong dabei. Benutzt du den auch oder hast du ihn nur dabei, weil er cool aussieht?
BR: Nein, ich benutze ihn wirklich. Ich mag seinen Sound, schön und mächtig. Außerdem sieht er wirklich verdammt gut aus!
DM: Schleppst du ihn immer noch mit auf Tour?
BR: Ja, oft benutze ich aber ein kleineres Modell, gerade wenn wir als Supportact spielen. Da ist dann oft nicht soviel Platz.
DM: Als Supportact spielt ihr ja auch nur maximal eine Stunde, ist dann überhaupt noch Platz für ein Drumsolo?
BR: There is always time for a drum solo!
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